Der Tracktest ist die Königsdisziplin der Autotests: kein Kofferraumvolumen, kein Wendekreis, keine umlegbaren Rückbänke scheren die Tester, „heute zählt allein die Fahrdynamik“ – so bringt es die „Auto Zeitung“ in Ausgabe 18/2011 auf den Punkt. Denn „Track“ steht für Rennstrecke. Und da kennen Deutschlands Motorjournalisten nur eine erste Adresse: die faszinierende, unvergleichliche, gnadenlose Nordschleife des Nürburgrings.
Auf diesem (h)eiligen Asphalt lässt das Fachmagazin zwei Ikonen unter den Kompaktsportlern von der Leine – den Renault Mégane R.S. Trophy und den VW Golf GTI „Edition 35“. Beide mit Zweiliter-Turbo, Vorderradantrieb und zusammen genau 500 PS. Die erste Runde geht schon im Stand an den Renault. „Understatement kennt der auf 500 Stück limitierte Trophy nicht. Mit großer Endrohrblende, geschwungener Frontschürze und geklebten Radhausverbreiterungen kommt er beim Parkplatz-Publikum besser an“, notieren die Tester vor der Nordschleifen-Einfahrt. Dann zählt’s. „Der 265 PS starke Turbo hängt immer bissig am Gas, die Bremsanlage von Brembo mit innenbelüfteten und geschlitzten Scheiben rundum reagiert auch nach über 20 Kilometer Dauerbelastung auf jeden Millimeter Pedalweg“, lobt der „Auto Zeitung“-Tester. Und freut sich über den verblüffend hohen Grenzbereich. Besonders in schnellen Kurven oder sogenannten Mutkurven ist der R.S. Trophy dem Rivalen auf der Nordschleife eindeutig überlegen.
Das klingt gut – aber beim Tracktest wird am Ende abgerechnet. In der härtesten Währung des Sportwagenbaus: Rundenzeit. Hier könnte der Vergleich kaum klarer ausfallen. In jedem der fünf Sektoren der Nordschleife ist der Mégane R.S. Trophy schneller als der leistungsgesteigerte GTI. Und das nicht bloß in der Endgeschwindigkeit: Je kurviger der Streckenabschnitt, desto größer der Vorsprung. Am Ende pfeilt der Mégane im „Auto Zeitung“-Tracktest mit fast 20 Sekunden Vorsprung durchs Ziel – nach einer Runde, wohlgemerkt.
Die „Auto Bild“ fährt in Ausgabe 31/2011 eher einen klassischen Vergleichstest, scheucht die beiden Kompaktsportler „nur“ über den Handlings-Parcours einer Reifenteststrecke – und nimmt dazu folgerichtig den „zivilen“ Mégane R.S. TCe 250 statt der Sonderversion „Trophy“ mit. Doch auch der ist bereits „ein fast schon rennstreckentauglicher Feger“, der den Rivalen, den VW Golf GTI „Edition 35“, zudem durch das aufregendere Design klar in den Schatten stellt, so die erste Bewertung des Testers.
Dann geht’s auch hier zur Sache. In der sogenannten „Lustwertung“ schlägt der Mégane R.S. den deutschen Rivalen in den Disziplinen Optik, Rundenzeit, Sound und ist in puncto Antrieb und Fahrspaß jeweils gleichauf. „Als Sportwagen lässt er seiner Kraft ungehemmten Lauf, verzichtet auf Weichspüler und Wellness-Allüren“, notiert die „Auto Bild“. Die anspruchsvolle Handling-Strecke bewältigt der Mégane R.S. in einer Rundenzeit von 1.40 Minuten und ist damit um 1,6 Sekunden schneller als der Gegner. Da muss nicht diskutiert werden, wer der Herr der Rundstrecke ist. Fazit des Fachmagazins: „R.S. steht für Renault Sport, und das ist hier kein Marketing-Gag, sondern ernst gemeint. Dieser Mégane ist hart, heiß, hinreißend.“ Es lebe der Sport!
Verbrauchs- und Emissionswerte:
Gesamtverbrauch l/100 km: innerorts: 11,5 bis 11,3; außerorts: 6,7 bis 6,5; kombiniert: 8,4 bis 8,2; CO2-Emissionen: 190 g/km. Die angegebenen Werte wurden nach dem vorgeschriebenen Messverfahren VO (EG) 715/2007 (Euro 5) in der gegenwärtig geltenden Fassung und ohne Zusatzausstattung ermittelt. Die Werte dienen allein Vergleichszwecken und beziehen sich weder auf ein einzelnes konkretes Fahrzeug noch sind sie Bestandteil des Angebots. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der bei allen Renault Partnern und bei der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) unentgeltlich erhältlich ist. Der Leitfaden steht außerdem als Download zur Verfügung
(Stand 09/2011, Irrtümer vorbehalten)


