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Podestplatz für Red Bull-Renault am Nürburgring

Wohl alle aktuellen Formel 1-Fahrer mögen den Nürburgring – und sie bewundern die einzigartige Nordschleife. Viele von ihnen nutzten die seltene Gelegenheit, im Lauf des Grand Prix-Wochenendes ein paar Runden über die Berg- und Talbahn zu drehen, auf der bis 1976 sogar die Formel 1 zuhause war. So wie die sechs Piloten der Partnerteams von Renault. Heikki Kovalainen und Jarno Trulli (Team Lotus), Nick Heidfeld und Vitaly Petrov (Lotus Renault GP) sowie Sebastian Vettel und Mark Webber (Red Bull-Renault) sprangen in die bereitgestellten Mégane R.S. und Clio Gordini R.S. und zeigten, was die Renault Sport-Modelle auf der Rennstrecke können.

Zurück im Formel 1-Boliden setzte Mark Webber seine spezielle Liebesbeziehung zum Eifelkurs fort. 2009 feierte er dort seinen ersten Grand Prix-Sieg, 2011 sicherte er sich die Pole Position – die 186. für einen Renault Motor in der Königsklasse. Beim Start jedoch überrumpelte McLaren-Pilot Lewis Hamilton den Australier. Auch der von Position drei gestartete Sebastian Vettel kam fast vorbei, wurde jedoch vom Ferrari-Duo eingeklemmt. Es sollte offenbar nicht Vettels Tag werden. Erst ging Fernando Alonso am Deutschen vorbei, dann drehte sich der Heppenheimer auch noch auf dem feuchten Randstreifen – das Führungstrio lag damit außer Reichweite.

In dieser Rennphase erlebte Vitaly Petrov im R31 von Lotus Renault GP sein persönliches Weltmeister-Wochenende: Erst duellierte er sich mit Michael Schumacher, dann kämpfte er gegen den wieder nach vorn stürmenden Vettel und schließlich sollte er auch noch mit Ex-Champion Jenson Button die Klingen kreuzen. Für seine kämpferische Fahrt wurde der Russe am Ende mit Platz zehn und einem weiteren WM-Zähler belohnt, während Teamkollege Nick Heidfeld von einem Konkurrenten neben die Strecke gedrängt wurde und seinen schwarz-goldenen R31 abstellen musste.

Zurück zur Spitze: Die schnelle Dreiergruppe sorgte für allerbestes Entertainment. Mal gab Hamilton den Ton an, dann setzte Webber den Führenden unter Druck, wenig später drehte Alonso die schnellsten Runden. Drei Klassepiloten in drei verschiedenen Autos zeigten Formel 1-Sport in Vollendung. Schnell war klar: In diesem tollen Dreikampf würden Nuancen den Ausschlag geben. Zum Beispiel die Boxenstopps, die alle drei jeweils fast zur gleichen Zeit absolvierten. Letztlich war es Hamilton, der in den wenigen Runden mit ganz frischen Reifen die entscheidenden Zehntelsekunden herausquetschte und sich knapp in Front setzte. Der gleichschnelle Webber dagegen zog den Kürzeren: Ein minimal langsamerer Reifenwechsel seiner Truppe warf ihn hinter Alonso zurück – die Podest-Positionen waren bezogen. So sehr der Australier den Ferrari-Piloten in der Endphase auch bedrängte, mehr als Rang drei war für den Pole-Sitter diesmal nicht drin.

Mehr Glück hatte Sebastian Vettel in seinem Duell gegen den anderen Ferrari: In der vorletzten Runde stachen er und Felipe Massa gleichzeitig zum finalen Reifenwechsel in die Boxengasse. Die Red Bull-Crew ließ die Finger fliegen und fertigte den WM-Spitzenreiter so schnell ab, dass er vor Massa noch als Vierter die Ziellinie kreuzte. Dass er erstmals in dieser Saison nicht aufs Podium gelangte, kann Weltmeister Vettel verschmerzen: Sein Vorsprung in der WM-Gesamtwertung blieb fast unverändert.

Auch für Renault war das Gastspiel am altehrwürdigen Nürburgring ein Erfolg: Wieder ein Podestplatz, dazu zwei weitere Fahrzeuge mit dem RS27-V8 in den Punkten – die großartige Serie hielt auch im zehnten Saisonlauf.

(Stand 07/2011, Irrtümer vorbehalten)

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