Sport

Vettel hat nach Singapur-Sieg eine Hand am „Pott“

„Singapore Flyer“ heißt das gigantische Riesenrad neben dem Grand Prix-Kurs, das selbst manchen Wolkenkratzer des asiatischen Stadtstaats überragt und nachts so eindrucksvoll leuchtet. An diesem Wochenende strahlte ein weiterer ganz Großer, er flog buchstäblich um den Kurs – und überragend, das ist er schon die gesamte Saison über: Sebastian Vettel hieß der Fixstern des Nachtrennens auf dem Marina Bay Circuit, 14. von 19 Läufen zur Formel 1-Weltmeisterschaft 2011.


Alle theoretischen Rechenspielchen, bei welchen Konstellationen der WM-Führende schon in Singapur als Weltmeister feststehen könnte, wischte er professionell vom Tisch. Einzig die eigene Leistung interessiert den Heppenheimer. Und die mündet in dieser Saison oft genug in Pole Positions und Siegen. Gesagt, getan: Mit einer fehlerlosen Runde sicherte sich Vettel im Qualifying die Bestzeit und Startplatz eins. Damit hat die Erfolgskombination Red Bull-Renault bisher jedes Qualifying des Jahres gewonnen!


Stadtkurse scheinen dem 24-jährigen Vettel übrigens besonders zu liegen – nach Melbourne, Monaco und Valenica holte er auch auf der vierten nicht permanenten Rennstrecke des Jahres die Trainingsbestzeit. „Aber es zählt erst morgen“, beruhigte der schnelle Deutsche gleich wieder die Euphorie rundum, „und da steht uns ein sehr, sehr langes Rennen bevor.“


Wie wahr: Denn einerseits liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Marina Bay Circuit gerade einmal bei 160 km/h; andererseits ziehen oft genug die Safety Car-Phasen das Rennen in die Länge, wenn wieder einmal ein übereifriger Rennfahrer den Begrenzungsmauern zu nahe kommt. In dieser Hinsicht sollte dieser Grand Prix keine Ausnahme machen.


Doch der Reihe nach: Den Start erwischte Sebastian wieder einmal perfekt. Nicht nur das – er setzte sich schon innerhalb der ersten Runde um rund fünf Sekunden von seinem Verfolger Jenson Button im McLaren ab. Bis zu den ersten Boxenstopps hatte sich Vettel ein solches Polster erarbeitet, dass er die Führung nicht einmal während des Reifenwechsels abgeben musste. Schnell war klar: Nur ein unvorhergesehener Zwischenfall könnte diese souveräne Darbietung noch stören.


Und genau dieser trat ein: In Runde 29 krachte Michael Schumacher einem Kontrahenten ins Heck und rutsche in die Reifenstapel. Da sein havariertes Auto die halbe Strecke versperrte, rückte das Safety Car aus – Vettels Vorsprung war wieder bei null. Doch auch diese Episode warf den Mann des Jahres nicht aus der Bahn. Beim Restart sorgte er umgehend für klare Verhältnisse und zog unwiderstehlich davon.


Nach fast exakt zwei Stunden passierte Sebastian Vettel als Erster die Zielflagge und krönte seine glanzvolle Leistung im Flutlichtrennen mit seinem neunten Saisonsieg. Der WM-Titel ist zwar rechnerisch noch nicht zementiert – dazu muss er aus den letzten fünf Saisonrennen noch einen einzigen Punkt holen. Eine machbare Aufgabe. Übrigens hatte sich der jüngste Weltmeister aller Zeiten eigens für den Nacht-Grand Prix einen Helm mit glitzernder Metallic-Lackierung anfertigen lassen – das nächste, was so hell strahlen wird, dürfte der WM-Pokal sein …


(Stand 10/2011, Irrtümer vorbehalten)

 

Die Renault Sport Modelle

Facebook

Die Renault R.S. Monitor iPhone App