Sport

Die erfolgreiche Rallye-Geschichte von Renault

Wie eng die Geschichte des Motorsports mit Renault verwoben ist, spiegelt sich in vielen Aufsehen erregenden Meilensteinen wider. Dazu gehört zum Beispiel der 26. und 27. Juni 1906, als der ungarische Werksfahrer Ferencz Szisz am Steuer seines Renault 90 CV mit über 30 Minuten Vorsprung den allerersten Grand Prix der Automobil-Historie gewann. Exakt 100 Jahre später geht der „Créateur d'Automobiles" als amtierender Formel 1-Weltmeister an den Start.

 

Doch jener Große Preis von Frankreich in Le Mans hatte mit der modernen Königsklasse noch vergleichsweise wenig zu tun - er glich vielmehr jenen Veranstaltungen, die heute unter dem Begriff Rallye bekannt sind: Der brutale Langstreckenmarathon erstreckte sich über zwei Tage und 1266 Kilometer knüppelharter Schotterpisten. Von 32 Teilnehmern sahen gerade mal elf das Ziel. Szisz siegte - begleitet von seinem „Schmiermaxe" Marteau - nicht zuletzt dank neu entwickelter Räder von Michelin, die die regelmäßig notwendigen Reifenwechsel von 15 auf drei Minuten verkürzten.

 

Während sich die Grands Prix schon bald zu echten Rundstreckenrennen auf befestigten Straßen fortentwickelten, sammelte Renault weiter Erfolge im Rallye-Sport - wenngleich zumeist dank des Engagements tapferer Privatiers. So gewann zum Beispiel 1925 der Franzose Repusseau die Rallye Monte Carlo, damals noch eine gigantische Sternfahrt mit Startorten in Paris, Tunis, Glasgow oder auch St. Petersburg. 1935 wiederholten Lahaye / Quattresous - aus Stavanger kommend - diese Meisterleistung mit einem gewaltigen Renault Nervasport. Und 1958 waren es Guy Monraisse und Jacques Féret, die gewaltigen Schneestürmen auf der Anfahrt aus Lissabon trotzen und ihre lediglich 48 PS starke Renault Dauphine auf der anschließenden 1.055 Kilometer langen Wertungsetappe so geschickt über die verschneiten Alpenpässe zirkelten, dass am Ende der Gesamtsieg für sie heraussprang.

 

Es folgte eine Zeit des Umbruchs. Marathon-Distanzen, Orientierungsvermögen und Geschicklichkeitstests traten im Rallye-Sport immer weiter in den Hintergrund, die pure fahrerische Schnelligkeit gewann an Bedeutung. Dies spiegelte sich auch in den Fahrzeugen wider, die Chancen auf Gesamtsiege besaßen: Immer mehr reinrassige Sportcoupés und hochklassig präparierte Rennwagen betraten die Bühne. Darunter auch ein Modell, das schnell die Herzen der Fans erobern und sich zudem mit einer historischen Glanztat in den Geschichtsbüchern verewigen sollte: die wunderschöne Alpine A110, mit der Renault der erste Marken-Weltmeister aller Zeiten wurde.

 

Sie verdankt ihre Existenz Jean Rédelé, einem Rallye-verrückten Normannen und Fahrer, Bastler, Tüftler und Tuner in Personalunion. Der Techniker aus Dieppe hatte bereits in den 50er Jahren eine kleine Automobil-Manufaktur gegründet und versah unter dem Markennamen „Alpine" Renault 4-Fahrgestelle mit ebenso flachen wie leichten Kunststoff-Karosserien. 1961 erschien die legendäre A110, anfänglich ausgerüstet mit einem 70 PS starken 1,0-Liter-Motor aus der Renault Dauphine und dank ihres geringen Gewichts von nur 600 Kilogramm bereits 185 km/h schnell. Stärkere Antriebe, zum Beispiel aus dem Renault 8 Gordini (92 PS) sollten schnell folgen. Mehr über die erfolgreiche Ära der blauen Flundern lesen Sie im zweiten Teil unserer Rallye-Geschichte von Renault.

 

Hier gibt es weitere Infos zu Renault im Motorsport.

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