Umwelt

Der Lenker am Steuer – Z.E.-Testfahrt mit Carlos Ghosn

Das hatte auch der erfahrene Journalist Pascal Boulanger noch nicht erlebt: Zur ersten Testfahrt mit einem seriennahen Prototypen des 2011 debütierenden Renault Fluence Z.E. erschien der Chef als Chauffeur. Carlos Ghosn, CEO und Präsident von Renault und Nissan, stellte die wegweisende Elektro-Limousine im größten französischen Fernsehsender TF1 persönlich vor. Klare Botschaft: Die Elektroautos von Renault sind startbereit.


Bevor sich jedoch Pascal Boulanger vom „Patron“ im neuen Renault Fluence Z.E. mitnehmen lässt, schaut er sich den flotten Viertürer erst einmal von außen an. Und bemerkt, dass er nichts bemerkt. „Ein ganz normales Auto, praktisch und komfortabel“, findet der Journalist. Einziger sichtbarer Unterschied zur Diesel- oder Benzinvariante: die unauffällig hinter der Rücksitzbank im Kofferraum versteckte Batterie.


Erst als Carlos Ghosn losfährt, gerät Boulanger ins Staunen: Die tolle Beschleunigung überrascht ihn ebenso wie die angenehme Stille im Auto. Zeit für die entscheidende Frage an den CEO von Renault: „Was wird das Elektroauto kosten?“ Ghosns Antwort sorgt für den nächsten Aha-Effekt: „Der Preis wird in etwa dem des vergleichbaren Dieselmodells entsprechen“. Und die Betriebskosten? „Eine komplette Ladung für 160 Kilometer Fahrt kostet rund zwei Euro“, bestätigt Carlos Ghosn beim Fahrerwechsel an der „Tankstelle“. Dort darf Pascal Boulanger als erster Journalist überhaupt die Strom-„Zapfpistole“ anschließen. „Ganz einfach“, stellt er auch hier fest.


Dann gibt der TV-Mann selber Gas – pardon: Strom. „Der Fahrspaß mit grüner Technologie ist mindestens genauso groß wie in einem benzingetriebenen Auto. Im Alltag würde niemand einen Unterschied merken“, stellt Boulanger fest. Außer einem: „La difference, c’est la silence“, kommentiert er unnachahmlich französisch – den Unterschied macht nur die Abwesenheit von Motorgeräuschen aus.


Weniger charmant, dafür kritisch-investigativ fragt der amerikanische TV-Journalist Charlie Rose nach, der in seiner US-weit empfangbaren Show führende Denker und Lenker, Politiker und Entertainer interviewt. „Ist die Batterietechnik überhaupt schon serienreif?“, will er von Carlos Ghosn wissen. „Ja, ohne Zweifel“, erklärt der. „Die Stromspeicher können heute alles, was der Kunde benötigt. Das heißt nicht, dass wir uns mit dem jetzigen Stand zufrieden geben. Es wird eine zweite, eine dritte Generation Batterien geben, die immer besser werden wird. Zugegeben: Die Akkus für die erste Welle von Elektro-Serienfahrzeugen sind recht schwer und unhandlich. Aber sie liefern eine sehr gute Performance im Auto.“ In Zahlen ausgedrückt heißt das: „Der Fluence Z.E. beschleunigt in weniger als zehn Sekunden von null auf 100“, so Ghosn. „Und dazu ist er bezahlbar, weil die Batterie geleast wird. Unsere Kunden bezahlen außer dem Fahrzeug nur die reinen Stromkosten.“


„Ist der Elektroantrieb denn für alle Fahrzeugkonzepte geeignet?“, will Rose wissen. „Und wird es in Zukunft auch Zero-Emission-Sportwagen und -SUVs von Renault geben?“ Für Ghosn keine Frage: „Absolut, es gibt keine Limits für die Z.E.-Antriebstechnologie. Aber wir starten natürlich mit den Autos, die für die meisten Menschen interessant sind: in der Kompakt- und Mittelklasse.“


Die kompletten Sendungen mit Carlos Ghosn sind im Internet verfügbar. Die Testfahrt bei TF1 können Sie im französischen Originalton hier miterleben; für das Gespräch mit Charlie Rose geben Sie hier bitte den Suchbegriff „Ghosn“ ein.


(Stand 01/2010, Irrtümer vorbehalten)

Hinweis: Keine CO2-Emissionen bei der Nutzung des Fahrzeugs 

twizy