Umwelt

Historie mit Hochspannung: Die Geschichte der E-Mobility

In puncto Elektromobilität zählt Renault zu den aktivsten und innovativsten Anbietern. Bereits für Ende 2011 ist die Markteinführung des Kangoo Z.E. in Deutschland geplant. Mit den Modellen Fluence Z.E., Twizy und ZOE stehen drei weitere Stromer in den Startlöchern. So aktuell E-Mobility auch ist – die Anfänge dieser zukunftsweisenden Technologie reichen weit zurück. Und Renault setzt sich seit vielen Jahren mit dem Thema auseinander.


Man schrieb das Jahr 1859, als der Franzose Gaston Planté mit seiner Erfindung der wiederaufladbaren Bleisäure-Batterie den Grundstein für die spätere Elektromobilität legte. Rund zwanzig Jahre danach war es mit Charles Jeantaud ein weiterer Franzose, der mit seiner so genannten „Tilbury“, einem der ersten Elektrofahrzeuge, für Furore sorgte. Der elektrische Antrieb war fortan für viele Tüftler und Ingenieure Gegenstand intensiver Forschung. 1899 verhalf der Belgier Camille Jenatzky dem Elektroauto zu großer Publicity, als er mit seinem „La Jamais Contente“ einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord aufstellte. Das E-Mobil mit dem Design eines Torpedos durchbrach als erstes Automobil überhaupt (!) die 100-km/h-Schallmauer.


Auch im darauffolgenden Jahrhundert wurde vor allem in Frankreich die Entwicklung des Elektroantriebs stark vorangetrieben. In den 1920er Jahren wollte sich die „Grande Nation“ von der Ölabhängigkeit befreien, was letztlich zur Gründung der „Société des Véhicules Electriques“ im Jahr 1925 führte. Hierbei lag der Fokus vor allem auf kommerziellen Transportfahrzeugen und Lkw mit Elektroantrieb. Sowohl in  Europa als auch in den USA rollten in den 20er Jahren mehrere tausend dieser Elektroautos über die Straßen.


Während des Zweiten Weltkrieges kam es in Frankreich zu Ölknappheiten. Erneut erlebte die Elektromobilität einen Aufschwung, diesmal in Form von zu E-Fahrzeugen umgebauten Modellen mit Verbrennungsmotor. Renault stach hier mit dem Juvaquatre hervor, einer Kompaktlimosine, der man statt des Benzinmotors einen Elektroantrieb spendierte. Dennoch verhalf auch diese Epoche der Elektromobilität nicht zum finalen Durchbruch. Unter anderem sorgten Versorgungsengpässe bei den für die Produktion der Batterien erforderlichen Materialien dafür, dass der Verbrennungsmotor die wenigen E-Autos alsbald wieder verdrängte.

 

Nach dem Krieg sorgten die „Goldenen Jahre“ jedoch für Aufbruchsstimmung. Das Privatfahrzeug wurde zum Massenprodukt und das Aufkommen der Kernernergie und der Brennstoffzelle brachten die Entwicklung von Elektroautos wieder in Gang. Renault legte 1959 in den USA eine Kleinserie einer elektrisch betriebenen Dauphine auf. Der Name des Elektroautos: Renault Henney Kilowatt. 18 Zwei-Volt-Batterien ermöglichten eine Reichweite von 60 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 60 km/h.


Ein erneutes „Aufflammen“ der Elektromobilität sollte jedoch bis in die 70er Jahre auf sich warten lassen. Die Ölkrise von 1973 rief den Menschen rund um den Globus die Notwendigkeit von alternativen Antrieben ins Gedächtnis. In Frankreich forschte Renault gemeinsam mit dem Stromkonzern EDF an Ladestationen für Elektroautos. Insgesamt 4,5 Millionen Francs standen für dieses Projekt zur Verfügung. Renault baute eine Testflotte von vier Renault 4 und fünf Renault 5 mit Elektroantrieb auf und erforschte insbesondere neue Batterie-Technologien.


Anfang der 1980er unterstützte die französische Umwelt- und Energiebehörde ADEME das Elektroauto-Forschungsprojekt VOLTA von Renault. In dessen Rahmen entstanden unter anderem zehn elektrisch betriebene Renault Master mit Nickel-Eisen-Batterien, die in Chatellerault als Versuchsfahrzeuge für die Behörden zum Einsatz kamen. Die Forschungsfahrzeuge waren bis zu 80 km/h schnell und konnten mit einer Ladung 120 Kilometer weit fahren. Ein weiteres Elektroauto aus dieser Epoche ist der Renault Express électrique. Er verfügte über einen 21 kW starken Elektromotor und Nickel-Cadmium-Batterien. Die Höchstgeschwindigkeit des Transporters lag bei 100 km/h, die maximale Reichweite betrug 140 Kilometer. 1989 spendierte Renault auch dem Kleinwagen Clio einen Elektroantrieb. Er war bis zu 110 km/h schnell und fuhr mit einer Akkuladung 80 Kilometer weit.


In den 90er Jahren stellte Renault zahlreiche weitere Elektroautos vor, darunter die Studie Ampératrice im Jahr 1994 sowie den Renault Kangoo Electr’oad mit Hybridantrieb, von dem 1999 insgesamt 500 Exemplare in den Handel kamen.


Im neuen Jahrtausend zündete Renault die nächste Stufe. Renault Twizy, ZOE, Fluence Z.E. und Kangoo Z.E. – auf der IAA 2009 als Studien vorgestellt – gehen in den kommenden Monaten in Serie. Die Zeit ist reif, der Traum von der emissionsfreien* Elektromobilität wird Wirklichkeit.


(Stand 04/2011, Irrtümer vorbehalten)

*Keine Emissionen im Fahrbetrieb