Alle Ampeln auf Grün: Der erste Erfahrungsaustausch zum Projekt SAVE (Seine Aval Véhicules Électriques), dem großen Elektrofahrzeug-Praxistest im Norden Frankreichs nahe Paris, ergab ein ausgesprochen positives Bild.
Mitte Juli begrüßten Carlos Tavares, Chief Operating Officer von Renault und Alain Schmitz (Präsident der Regionalregierung Yvelines und des regionalen Planungsverbands EPAMSA) mehr als 60 Elektrofahrzeug-Nutzer im Renault Werk Flins zum SAVE-Forum.
Hintergrund: Seit einigen Wochen fahren Privatleute und insgesamt acht Unternehmen mit Elektrofahrzeugen der Renault-Nissan Allianz: 20 Kangoo Z.E., acht Fluence Z.E. und elf Nissan LEAF. Im Zuge von SAVE, Frankreichs größtem Praxistest zur Elektromobilität, testen sie die Alltagstauglichkeit der lokal emissionsfreien Stromer und den Umgang mit den Ladestationen.
Das Meeting im Renault Werk Flins ergab jetzt interessante Aufschlüsse. Erster Eindruck: Im „Selbstversuch“ lösten sich viele der Vorurteile gegen rein batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge praktisch in Luft auf. Zu überzeugend war das Fahrerlebnis, wie ein paar typische Aussagen verdeutlichen: „Ich dachte, mit einem E-Mobil tuckert man bloß rum. In Wirklichkeit bietet es Fahrleistungen wie Benziner“, sagte ein Mitarbeiter von Carrefour Property. „Elektrofahrzeuge sind vollwertige, alltagstaugliche Autos.“
Auch das Aufladen erwies sich als völlig unkompliziert. „Einfacher geht’s nicht“, fand ein Testfahrer, und ein anderer unterstrich: „Die Anschlüsse liegen ausgezeichnet in der Hand.“ Interessanterweise scheinen die Effekte der Elektromobilität sogar über den Umweltnutzen und die hohe Wirtschaftlichkeit hinauszugehen: „Ich finde das Fahren in einem Elektroauto extrem entspannend. Ich glaube, es könnte zu einem ganz neuen, ruhigeren und respektvollen Miteinander im Straßenverkehr beitragen“, hofft eine Nutzerin.
Das zentrale Feedback lautete: Die Z.E.-Modelle sind voll alltagstauglich und können alles, was die Tester verlangen. Der Lieferdienst Colizen etwa fährt mit einem Kangoo Z.E. tägliche Touren von rund 90 Kilometern. Beim Behindertentaxi-Unternehmen 2ATP MR hat ein Fluence Z.E. in der Startphase von SAVE im Schnitt bisher täglich 107 Kilometer zurückgelegt.
Kurz nach dem SAVE Forum bei Renault in Flins gaben die meisten Teilnehmer auf dem Portal Sustainable-Mobility.org per Webchat noch einmal Auskunft über ihre Erfahrungen. Sie berichteten von ihren ersten Wochen mit den Elektrofahrzeugen und beantworteten zahlreiche Fragen der Nutzer.
Das Projekt SAVE ist zunächst bis September 2012 angelegt. Die nächsten Stufen des Praxisversuchs sind bereits definiert: An zwei Total-Tankstellen werden Schnelllade-Terminals installiert, an denen die Fahrzeug-Akkus innerhalb von 30 Minuten wieder gefüllt werden. Zudem erhalten weitere Privatleute ihre Testwagen und das Netz an Ladestationen wird weiter ausgebaut.
(Stand 08/2011, Irrtümer vorbehalten)



