Wie oft dürfen wir den Aufbruch in ein neues technologisches Zeitalter, den Startschuss in eine neue Ära der Mobilität miterleben? Seit der Renault Z.E. Roadshow in Neuss Anfang September 2010 können mehr als 160 Journalisten, Händler, Flotteneinkäufer, Mitarbeiter und das Team von Renault Welt sagen: Wir waren dabei. Ein Bericht von der ersten Fahrt der Renault Z.E.-Modelle auf deutschen Straßen.
Schon auf der Anfahrt steigt das Herzklopfen. Ein bisschen fühlen wir uns, als dürften wir gleich neben Louis Renault bei der Jungfernfahrt seiner ersten Voiturette 1898 Platz nehmen. Nur dass uns 2010 im rheinischen Neuss keine hochbeinige, knatternde und qualmende Motorkutsche erwartet, sondern serienreife, im Fahrbetrieb emissionsfreie* Elektroautos. Um wahre Pioniertaten handelt es sich heute wie damals. Schließlich erwartet uns nichts Geringeres als ein Vorgeschmack auf die Zukunft der Mobilität.
Schon das kurze Warten auf unsere erste emissionsfreie* Autofahrt bringt die erste Erkenntnis: Die vorüberrauschenden Renault Fluence Z.E. und Renault Kangoo Rapid Z.E. verursachen tatsächlich keinerlei Motorengeräusche. Wie bei jedem Auto verursachen auch bei den Z.E.-Testwagen die Reifen hörbare Rollgeräusche – nur dass die sonst im Straßenlärm untergehen.
Noch eines fällt bereits vor dem Einsteigen auf: Die Tester vor uns verlassen „ihre“ Z.E.-Modelle mit lächelnden Gesichtern. Höchste Zeit, endlich selbst dranzukommen. Die Einweisung durch das Renault Z.E. Roadshow-Team ist denkbar knapp: Wir sollen einfach fahren wie mit einem Automatikwagen. Klingt simpel, doch beim Drehen des Zündschlüssels stellt sich eine kurze Irritation ein: Beim „Starten“ des Motors passiert außer dem Aufleuchten eines kleinen grünen Lichts im Armaturenbrett gar nichts. Korrekt, versichert unser Begleiter. Also los: Beim Tritt aufs rechte Pedal beschleunigt der Fluence Z.E. sehr ordentlich, auch der Durchzug von 50 km/h aufwärts fühlt sich mindestens so kräftig an wie bei einem vergleichbar starken Benziner oder Diesel. Ein leises Sirren des Antriebs versüßt die Beschleunigung, das Ausbleiben von Schaltvorgängen empfinden wir als Komfortplus und keineswegs gewöhnungsbedürftig.
Beim „Gasgeben“ zeigt ein Display, wie viel von den zur Verfügung stehenden 74 kW Motorkraft wir gerade abrufen. Noch erfreulicher: Beim Rollen und Bremsen ändert sich das Vorzeichen dieser Anzeige, was bedeutet, dass der Elektromotor nun wie ein Generator arbeitet und Energie in die Akkus einspeist. Apropos Bremsen: Das Fahrverhalten der Fluence Z.E. ist tadellos und das leichte Mehrgewicht der Batteriepacks fällt kaum auf, weil sie – für das Handling optimal – vor der Hinterachse untergebracht sind.
Beim Aussteigen teilen wir das Lächeln der anderen Tester. Nur ein Gast zeigt sich etwas enttäuscht. „Das war alles?“, fragt er. Na eben, möchten wir ihm antworten. Denn ausgerechnet der Zweifler bringt es auf den Punkt: Das Fahren mit Elektroantrieb, so wissen wir jetzt, fühlt sich genauso an wie das „normale“ Autofahren. Lediglich die fast lautlose wie von Beginn an kraftvolle Beschleunigung ohne Gangwechsel erinnert uns daran, dass wir nicht ein einem konventionell angetriebenen Fahrzeug sitzen. Gibt es ein besseres Argument für den Umstieg auf die Elektromobilität?
(Stand 09/2010, Irrtümer vorbehalten)
* Keine CO2 Emissionen bei der Nutzung des Fahrzeugs.



