Die Elektroautos sind endgültig auf dem Sprung. Denn aus einer reizvollen Vision wird jetzt Wirklichkeit. Beispiel Frankreich: Dort ist das bislang größte Pilotprojekt gestartet. SAVE steht für „Seine Aval Véhicules Electriques“ und damit für einen Praxisversuch im französischen Départment Yvelines (Großraum Paris). Entlang der oberen Seine erhalten Firmen und Privatkunden mehr als 100 Fluence Z.E., Kangoo Z .E. und Nissan Leaf, um Erfahrungen mit den Fahrzeugen und Ladestationen zu sammeln.
Wie praxistauglich die aktuellen Elektroautos sind, das bewiesen Studenten und Ingenieure bei der Z.E.-Trophy, einer dreitägigen Demofahrt in der Region um Calais. In sechs Kangoo Z.E. lieferten sie beispielsweise Mehl an einen Bio-Bäcker. Der Zwischenhalt bei einer Käserei, die den regionalen Käse Maroilles in Bio-Qualität herstellt, brachte Erstaunliches zu Tage: Das Unternehmen hat seine Parkplätze bereits mit einer Reihe Ladestationen für die Elektroautos seiner Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Besucher ausgestattet.
Auch in den Niederlanden erhält die E-Mobility aktuell starken Rückenwind: Die Renault-Nissan Allianz und die Stiftung E-laad.nl – ein Konsortium niederländischer Gas- und Stromnetzbetreiber – werden in den kommenden Jahren 10.000 Ladestationen für Elektroautos errichten. Die ersten 2.000 „Stromtankstellen“ entstehen in allen größeren Städten, die übrigen 8.000 Terminals sollen am Arbeitsplatz oder Wohnort der E-Auto-Käufer aufgestellt werden. Und zwar ganz gezielt nach Bedarf. Denn jeder Käufer eines Elektroautos von Renault oder Nissan kann bei seinem Händler gleich eine Ladestation am gewünschten Ort beantragen.
Die Reihe der Kooperationen mit Städten und Ballungsräumen setzen Renault und Nissan ebenfalls fort: Auf der „European Sustainable Energy Week“ vereinbarten die Allianzpartner und die Regierung der spanischen Region Katalonien, die nötige Infrastruktur für Elektroautos aufzubauen.
In der Normandie haben Renault, die Region CREA (Rouen-Elbeuf-Austreberthe), der Energieversorger EDF, Energiemanagement-Spezialist Schneider Electric, der europäische Fonds für Regionalentwicklung ERDF und die Supermarktkette E.Leclerc die Kooperation „crea’venir“ ins Leben gerufen. Das gemeinsame Ziel auch hier: Förderung der E-Mobility. Renault stellt unter anderem 40 Kangoo Z.E. und Fluence Z.E.
In Kopenhagen eröffnete die Partnerorganisation von Renault im Frühjahr ihr erstes Better Place Center. Dort erfahren Besucher – und Flottenmanager – alles über E-Mobility und können gleich einen Renault Fluence Z.E. mitsamt einem maßgeschneiderten Mobilitätspaket ordern.
Auf der ersten „ECO Transports and Logistics“-Messe in Paris stand Renault nicht nur wegen des wegweisenden Kangoo Z.E. im Mittelpunkt. Gleichzeitig bestellte der Lieferdienst Colizen – spezialisiert auf zeitgenaue Zustellung im Innenstadtbereich – 50 der innovativen City-Transporter. Colizen setzt voll auf ökologisch verträgliche Paketauslieferung: Schon heute werden 60 Prozent aller Sendungen mit Elektroautos zugestellt, mittelfristig soll die Flotte zu 100 Prozent aus Zero-Emissions-Fahrzeugen bestehen – denn saubere Mobilität ist für Colizen ökonomisch und ökologisch sinnvoll.
Auch Autovermieter Hertz reagiert auf das große Interesse an Elektrofahrzeugen. Das Unternehmen hat ein Abkommen mit Renault unterzeichnet, um schon bald die Z.E.-Modelle europaweit als Mietwagen und im eigenen Car Sharing-Club Connect einzusetzen.
Wie gut sich der Fluence Z.E. fährt, stellte kürzlich Jean-Claude Boulard, Bürgermeister von Le Mans fest. Einen Besuch im örtlichen Renault Werk – wo auch Chassis-Komponenten der Z.E.-Modelle entstehen – nutzte er zu einer ausgiebigen Probefahrt durch das Rennsport-Mekka an der Sarthe.
(Stand 05/2011, Irrtümer vorbehalten)



