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20 Jahre Renault 19 Cabrio – frischer Wind bei den Kompakten

Es war das Jahr der großen Freiheit. Nein, gemeint sind nicht die Blumenkinder-Epoche um 1968 und auch nicht der Fall des „Eisernen Vorhangs“ 1989. Gemeint ist 1991, denn seit diesem Jahr stand die Welt vielen Menschen offener als je zuvor. Ein Grund dafür war der offizielle Start des Internets für Alle. Ein anderer war das Debüt des Renault 19 Cabriolets.


Zwei Jahre zuvor war das Basismodell unter anderem in Deutschland zum „Auto des Jahres“ gekürt worden, die von Giorgio Giugiaro gezeichnete Karosserie glänzte mit formaler Klarheit und einem rekordverdächtig niedrigen Luftwiderstand.


Diese Design-Vorlage setzte die Cabrioversion 1991 perfekt um: Schnörkelloser Schick kennzeichnete den offenen Viersitzer. In geschlossenem Zustand ergab sich durch das schlanke Stoffdach eine tolle Coupé-Linie. Mit geöffnetem Dach profitierte die harmonische Linienführung von zwei außergewöhnlichen Merkmalen. Erstens die formschöne Klappe aus Kunststoff, die das zurückgelegte Dach abdeckte. Keinerlei Dachwulst beeinträchtigte die keilförmige Silhouette, die das Renault 19 Cabriolet zu einem der schnittigsten Vertreter seiner Klasse machte. Erst recht, da auf dieser Abdeckung auch noch zwei aufregende „Höcker“ hinter den Heck-Kopfstützen prangten – eine gestalterische Anleihe aus der Sportwagen-Welt.


Zweitens brillierte das Renault 19 Cabriolet durch ein Design-Merkmal, das 1991 eine absolute Ausnahme war und die Frischluft-Fans besonders begeisterte: den Verzicht auf einen unschönen Bügel an Stelle der B-Säule. Zu jener Zeit hatten kompakte Cabrios zwar Rückenwind, doch bei den „Bügelfreien“ herrschte Flaute. Der Verzicht auf den „Henkel“ bedeutete keinen Kompromiss in Sachen Sicherheit. So verstärkte Renault den Windschutzscheibenrahmen und die Längsträger massiv, um die Insassen nicht nur bei einem Überschlag gut zu schützen.


Die Rohkarosse wurde beim deutschen Spezialisten Karmann in Osnabrück gebaut und im französischen Renault Werk Maubeuge vervollständigt. Als Motorisierungen standen zwei 1,8-Liter-Benziner zur Wahl: der 90 PS starke Zweiventiler und der Vierventiler mit 135 PS. Der Motor aus dem sportlichen Renault 19 16V bot vorzügliche Fahrleistungen – und mit der Lufthutze auf der Motorhaube auch noch ein optisches Schmankerl.


Vom Renault 19 Cabriolet – dem letzten Modell der Marke, das als Typbezeichnung eine Zahl statt eines Namens trug – wurden rund 30.000 Stück gebaut. 1997 trat das Renault Mégane Cabriolet nahtlos das Erbe des offenen Bestsellers an.  Und mit Mégane Coupé-Cabriolet sowie dem frechen Roadster Wind steht Frischluft-Freunden bei Renault der Himmel auch heute weit offen.


(Stand 08/2011, Irrtümer vorbehalten)