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Jubiläum eines Welterfolgs: Vor 20 Jahren kam der Clio

Es ist nicht einfach, das Erbe einer Legende vom Kaliber des Renault 5 anzutreten. Doch der wohlgestaltete, geräumige Kompaktwagen, den Renault 1990 auf dem Pariser Salon der Weltpresse vorstellte, besaß alle Zutaten, selbst ein beliebter Bestseller zu werden: der Renault Clio.

Um es vorwegzunehmen: Mit jetzt exakt 20 Jahren fehlen dem Renault Clio nur noch zwei Jahre auf die rekordverdächtig lange Produktionszeit seines berühmten Vorläufers – und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist längst nicht in Sicht.

Schon bei seinem Debüt markierte der Clio so etwas wie den Beginn der Neuzeit bei Renault: Nach jahrzehntelanger Tradition, alle Modelle mit einer Zahl zu bezeichnen – einzige Ausnahmen bildeten der Fuego und der Espace – wurden seit dem Erscheinen des Clio wieder alle Autos von Renault mit einem Namen geschmückt.

Eine schnöde Zahl wäre diesem sympathischen Newcomer aber auch in keiner Weise gerecht geworden. Gefällig, glattflächig und geräumig trat der gegenüber dem Renault 5 in Breite und Länge um sechs Zentimeter gewachsene Clio auf. Mit Motorisierungen zwischen 55 und 75 PS war der neue Kompakte schon zu Beginn seiner Karriere flott und ökonomisch motorisiert. Schon bald schlugen zudem die Motorsport-Gene des Hauses Renault durch: So erschien 1991 der Clio 16V mit 135 PS, erkennbar an der markanten Hutze auf der Motorhaube sowie reichlich Spoilern und Verbreiterungen.

1993 folgte die auf 5.000 Stück limitierte Sonderserie Clio Williams – schließlich begann für Renault als Partner des Williams-Formel 1-Teams und Serienweltmeister gerade die größte Zeit in der Königsklasse des Motorsports. Der dunkelblaue Renner mit goldfarbenen Akzenten schaffte mit seinen 147 PS ein Spitzentempo von 215 km/h und erfreute sich besonders bei Rallye-Fahrern größter Beliebtheit – zum Teil bis heute.

Nach zwei recht dezenten Facelifts 1994 und 1996 ging 1998 der völlig neue Clio II an den Start. Geschickt verknüpfte sein Design rundere Formen mit einem dynamischen Gesamteindruck. Die mächtigen C-Säulen rahmten eine auffällige, bis ins Dach gezogene Heckscheibe ein. 2001 erhielt der Clio II vor allem durch die Doppelscheinwerfer ein noch sportlicheres, aber weiterhin ungemein sympathisches Aussehen. 2004 schließlich wurden Frontpartie und Scheinwerfer an das markante „Markengesicht“ von Renault angepasst und der Clio erhielt jenes Aussehen, mit dem er heute als Clio Campus im Angebot ist. Markantester Sport-Ableger der zweiten Generation war zweifellos der breitbackige Clio Renault Sport V6, dessen Dreiliter-Mittelmotor mehr als 250 PS mobilisierte. Zum beliebtesten „Breitensportler“ der Baureihe stieg allerdings der sogenannte Zweiliter-Clio auf. Dieser Clio Renault Sport 2.0 16V diente folgerichtig auch jahrelang als Basis für die Tourenwagen des hauseigenen Markenpokals.

Die dritte Generation, die seit 2005 auf Deutschlands Straßen rollt, besticht durch ihr messerscharfes Karosseriedesign und eine moderne Motorenpalette. Und sie setzte neue Maßstäbe für Sicherheit im Kompaktsegment, denn der neue Renault Clio III erzielte auf Anhieb die Bestnote von fünf Sternen im Euro NCAP Crashtest. Dass der Renault Clio zu den flexibelsten und vielseitigsten Kompakten überhaupt gehört, unterstrich das Debüt des Clio Grandtour, der die Erfolgs-Baureihe um ein populäres Kombi-Modell bereicherte.

Auch in anderer Hinsicht schließt sich mit dem aktuellen  Clio ein Kreis zu seinem Urahn, der vor 20 Jahren sein Debüt feierte: Genau wie der erste seiner Art wurde auch der Renault Clio III bei seinem Erscheinen von führenden Fachjournalisten zum europäischen „Car of the Year“ gewählt.


Mehr zu den sportlichen Ablegern des Renault Clio lesen Sie in unserer Historie der Renault Sport-Modelle:


Performance und Komfort – Renault Sport in der 90ern

Renault Sport – mit vielen Highlights ins neue Jahrtausend

(Stand 09/2010, Irrtümer vorbehalten)