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60 Jahre Renault Frégate – ein Auto als Symbol für eine bessere Zeit

Wir schreiben das Jahr 1950: Nach harten Kriegsjahren präsentierte Renault auf dem Pariser Automobilsalon mit dem Renault Frégate den erste Mittelklasse-Renault. Obwohl der Name „Frégate“ (auf deutsch: Fregatte) eher auf Schiffsfahrt vermuten lässt, sollte die ab Herbst 1951 verkaufte Limousine Renault den Weg zurück in die Oberklasse ebnen – und das auf der Straße.

Doch zu den Anfängen: Während der Bauphase des Frégate erprobte Renault – wie beim Renault 4 CV – das Heckmotor-Konzept, wobei Renault sich letztlich doch für die Standard-Bauweise mit vornliegendem Motor und Heckantrieb entschied. Der anfänglich 57 PS, später 64 PS leistende Vierzylinder war schließlich ein alter Bekannter aus Vorkriegszeiten.


Als Meilenstein in der eine Dekade dauernden  Bauphase gilt das Jahr 1957. Die Konstrukteure installierten im Frégate einen neuen Motor. Der neu entwickelte Antrieb mit der Bezeichnung „Etendard“ erhielt dank größerer Bohrung und höherer Verdichtung eine Hubraumvergrößerung auf annähernd 2,2 Liter, anfangend bei 77 PS. Neben der Basislimousine „Affaires“ bot Renault im selben Jahr die höher positionierten Versionen „Grand Pavois“ und „Admiral“ mit gehobener, luxuriöser Ausstattung, sowie den Kombi „Domaine“ an. Besonders der Kombi erwies sich für Renault als Volltreffer. Geräumig, groß, komfortabel und elegant – jene Markenzeichen verkörperten den „Domaine“.


Auch die Straßenlage und die Bremsanlage waren für die Zeit außergewöhnlich gut. Als innovatives Sahnestück überraschte Renault 1958 mit der Dreigangautomatik „Transfluide“ – die erste auf dem französischen Markt.  Der Fahrer wechselte nun die Gänge über einen Hebel am Lenkrad, worauf die Kupplung elektromagnetisch ausrückte. Die komfortable Kraftübertragung kannte die Gänge E für Exceptionel (außergewöhnlich), M wie Montagne (Gebirge) und VR für Ville-Route (Stadt und Landstraße).


Im April 1960 stellte Renault schließlich die Modellreihe im Werk von Flins-sur-Seine nach über 180.000 gebauten Fahrzeugen ein. Einen direkten Nachfolger präsentierte die Marke nicht. Erst 1975 bot Renault mit dem R30 beziehungsweise R20 wieder ein Auto an, das es größenmäßig mit dem Frégate aufnehmen konnte.


Heute feiert der Renault Frégate seinen 60. Geburtstag. Eine alte „Fregatte“ ist die Mittelklasse-Limousine deshalb aber nicht. Viel mehr bleibt der Klassiker in Erinnerung als eines der ersten französischen Autos der oberen Mittelklasse. Da bleibt nur noch abschließend zu sagen: Joyeux Anniversaire, Frégate!

 

 

(Stand 11/2011, Irrtümer vorbehalten)