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Renault Dauphine - ein Welterfolg auf vier Rädern

„Die Welt sagt ja zu Renault": Mit diesem Slogan wollte der französische Hersteller Anfang der 60er Jahre Kunden von der Renault Dauphine begeistern - doch Werbung war eigentlich überflüssig: Die „Thronfolgerin" - so die deutsche Übersetzung - schwebte auf einer Welle des Erfolgs und erreichte ungeahnte Verkaufszahlen.

 

Vom Tag der Präsentation - dem 6. März 1956 - an entwickelte sich die rundliche Stufenheck-Limousine schnell zum Erfolgsgaranten. Der sympathische Kleinwagen bot dank seiner vier Türen großen Komfort beim Ein- und Aussteigen. Mit der damals so genannten Pontonkarosserie hatten die Designer außerdem ein topmodernes Blechkleid geschneidert. Was die Kunden ebenfalls mochten: Eine Vielfalt an Farbkombinationen sorgte für fröhliche Tupfer in der grauen Nachkriegszeit.

 

Der geräumige Viertürer mit den niedlichen Glubschaugen und Hinterradantrieb verfügte zu Beginn über einen 0,8-Liter-Heckmotor mit 26,5 PS sowie Dreiganggetriebe. Im Laufe der Jahre verfeinerte Renault den Klassiker stets: Neue, stärkere Motoren folgten ebenso wie ein wahlweise manuelles oder automatisches Vierganggetriebe, eine verbesserte Aufhängung sowie Scheibenbremsen.

 

Die Dauphine begeisterte in den unterschiedlichsten Versionen: Ab 1961 überzeugte das neu entwickelte Luxusmodell Ondine durch komfortablere Sitze und eine verstellbare Rückenlehne. Äußerlich hoben Weißwandreifen und zusätzliche Chrom-Elemente die Edelausführung vom Basismodell ab.

 

Aus sportlicher Sicht stachen die Renault Dauphine Gordini und der kompromisslose Renault R 1093 hervor. Letztere Variante strahlte im leuchtenden Weiß mit zwei blauen, längs über das Auto gezogenen „Rallyestreifen". Das Modell stellte die Verbindung zum Motorsport her, in dem sich Renault bereits erfolgreich bewegte. Die Dauphine münzte ihren bauartbedingten Vorteil - das Gewicht des Heckmotors sorgte selbst bei schneebedeckter Fahrbahn für eine hervorragende Traktion auf der Hinterachse - bei der Rallye Monte Carlo 1968 in einen Gesamterfolg um. Pokale für Klassensiege sammelte die Marke mit dem Rhombus auch bei der Mille Miglia und den 12 Stunden von Sebring.

Mit insgesamt 2,1 Millionen Einheiten bis 1967 verkaufte sich die Renault Dauphine besser als jedes andere französische Automobil jemals zuvor. Der Hecktriebler stellte sogar seinen überaus beliebten Vorgänger, den Renault 4CV, in den Schatten.

 

Die Dauphine ermöglichte der Marke mit der Rhombe sogar den Sprung über den großen Teich: Die „Thronfolgerin" fasste in den USA schnell Fuß und entwickelte sich rasant zum Verkaufsschlager. Renault Vertretungen sprossen wie Pilze aus dem Boden und die Verkaufszahlen wuchsen in den Himmel - selbst der Käfer konnte nicht mithalten. Dieser große Erfolg war den US-Automobilgiganten nicht geheuer. Aus Angst vor dem Konkurrenten aus Frankreich griffen sie tief in die Trickkiste und bauschten vereinzelte technische Probleme an der Dauphine mit gezielten Kampagnen dermaßen auf, dass Renault das Abenteuer Amerika bald wieder beendete.

 

Im Rest der Welt setzte Renault seinen Siegeszug weiter fort. In die Fußstapfen der Dauphine tritt mittlerweile die dritte Generation des überaus erfolgreichen Renault Clio. Die Gene seines populären und wegweisenden Vorfahren verkörpert der Clio nach wie vor: innovative Ideen und viel Platz bei kompakten Ausmaßen.