Der richtige Anlauf zum Sprung über den „großen Teich" brachte schon viele Automobilhersteller ins Grübeln. Und gerade in den 60er Jahren kam viel Bewegung ins weltweite Geschäft. Zum einen wollten die Europäer gerne den verlockenden US-Markt betreten - zumal sie mit ihren kompakten und sparsamen Modellen attraktive Angebote machen konnten. Zum anderen warfen einige amerikanische Konzerne ein Auge auf die Hersteller der „Alten Welt", auch um sich berühmte Markennamen und das hier vorhandene Entwicklungs-Know-how zu sichern.
Wie wir heute wissen, blieb die Übernahmewelle aus. Doch damals befürchtete auch Renault Chef Pierre Dreyfus, dass immer mehr europäische Hersteller von den US-Riesen übernommen werden könnten, und suchte nach Antworten. Durch eine Kooperation mit dem viertgrößten US-Hersteller American Motors Company (AMC) glaubte er, den Königsweg gefunden zu haben: Renault erhielt Zugang zum AMC-Vertriebsnetz in den USA, blieb aber gleichzeitig selbständig und erweiterte die Modellpalette um ein paar attraktive Angebote - so weit die Theorie.
Erstes äußeres Zeichen dieser Zusammenarbeit sollte der Renault Rambler werden. Es handelte sich um eine viertürige Limousine im klassischen Stufenheckdesign mit breitem Kühlergrill, Doppelscheinwerfern und mächtigen Chrom-Stoßstangen. Für amerikanische Verhältnisse noch kompakt, erschien der Renault Rambler in Europa wie der Inbegriff des Straßenkreuzers. Unter der Haube surrte ein Reihensechszylinder mit 3,2 Liter Hubraum (oder 199 cubic inch) und 128 PS - und auch die Ansicht, ob das viel oder wenig Leistung war, hing von der Perspektive des Betrachters ab.




