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Die Geschichte des Renault Designs

Nur das Nötigste: Als Louis Renault 1898 sein erstes Automobil entwickelte, stand für den genialen Ingenieur zunächst nur die Technik im Vordergrund. Auch in den folgenden Jahren produzierten die Automobilhersteller vornehmlich einfach motorisierte Chassis auf Rädern. Die Kunden ließen diese dann bei einem Karosseriebauer nach ihren Wünschen aufhübschen. Schnell jedoch erkannten die Brüder Renault die Bedeutung des Fahrzeugdesigns und nahmen das Thema mehr und mehr in ihre eigenen Hände. So arbeitete Renault schon bald mit ausgewählten Karosserie-Schneidern zusammen. Darüber hinaus beschäftigte das aufstrebende Unternehmen schon sehr früh eigene Designer und bot Fahrzeuge mit komplett selbst entworfener Karosserie an. So entstanden die 250 Droschken, die Renault 1905 an die Pariser Taxi-Innung lieferte, von A bis Z in den eigenen Werkshallen in Billancourt.

 

Das Jahr 1961 markierte mit der Gründung der Abteilung „Renault Style" einen wichtigen Meilenstein in der Formgestaltung von Renault. Das unternehmenseigene Design-Studio arbeitete eng mit Philippe Charbonneau zusammen. Die Kooperation mit dem selbständigen und unabhängigen Designer sorgte für neue Impulse in der Gestaltungs-Philosophie des Unternehmens. 1965 stellte Renault auf dem Genfer Automobilsalon als weltweit erster Hersteller eine Limousine mit fünf Türen und Schrägheck vor - der Renault 16 war geboren. Der Renault 5 verfügte 1972 als erstes Auto über nahtlos in die Karosserie integrierte Kunststoff-Stoßfänger - heutzutage in der gesamten Automobil-Branche Standard. Das Renault Design-Studio hatte diese Lösung bereits 1967 angedacht, als noch die verchromte Stoßstange vorherrschte, die mehr als Zierleiste denn als wirkungsvoller Schutz gegen Parkrempler zu sehen war.

 

1975 baute Renault die Design-Abteilung weiter aus und teilte sie in drei Bereiche auf: Außendesign, Innendesign sowie Prototypenbau. Die nächste Stufe erklommen die Formgestalter von Renault im Januar 1988, dem Gründungsdatum der so genannten Direction du Design Industriel (DDI). Als neuer Direktor Design freute sich Patrick le Quément über zusätzliche Verantwortung. 1995 wurden die Bereiche Qualität und Design zusammengelegt. Der damalige Vorstandsvorsitzende von Renault, Louis Schweitzer ernannte le Quément zum Vorstandsmitglied. Es war das erste Mal in der Geschichte des Automobils, dass ein Designer in die oberste Führungsetage eines Unternehmens aufstieg.

 

Die DDI beschäftigt heute mehr als 350 Mitarbeiter aus über 20 Nationen und mit einem Durchschnittsalter von knapp über 30 Jahren. Neben dem Hauptstandort im Technocentre bei Guyancourt unterhält das DDI noch weitere Studios in zwei der pulsierendsten Metropolen Europas - Paris und Barcelona - sowie eins nahe der koreanischen Hauptstadt Seoul. Das junge Team und die mannigfaltigen Einflüsse aus verschiedenen Kulturen garantieren, dass das Design der Renault Modelle auch in Zukunft Maßstäbe setzen wird. Wir dürfen also gespannt sein ...