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Carlos Tavares: „Die Formel 1 stärkt Renault weltweit“

Carlos Tavares hätte seinen Besuch im Fahrerlager der Formel 1 nicht perfekter legen können: Bei der Premiere des Indien-Grand Prix erlebte er nicht nur den Sieg von Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull-Renault live mit. Der Chief Operating Officer des Renault Konzerns spürte auch ganz hautnah, dass das Formel 1-Engagement von Renault die Faszination für die Marke fördert. Und dass die Serienmodelle von Renault gerade in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien – in naher Zukunft einer der wichtigsten Automobilmärkte der Welt – ähnlich wahrgenommen werden wie die Formel 1 selbst: als hochwertig und technologisch anspruchsvoll.

 

„Indien ist für Renault ein sehr wichtiger Markt“, bestätigt der 53-Jährige, der seit Juli 2011 für die Marke verantwortlich zeichnet. „Wir sind überzeugt, dass der indische Markt in den nächsten zehn Jahren enorm wachsen wird und wahrscheinlich bald zu den drei oder vier größten Absatzmärkten der Welt zählen wird.“

Aus diesem Grund führt Renault innerhalb von nur 15 Monaten gleich fünf neue Modelle auf dem Subkontinent ein. Im Juni 2011 machte die Mittelklasse-Limousine Fluence den Anfang, dann folgte der Allround-SUV Koleos. Tavares selbst stellte am Tag vor dem Indien-Grand Prix das dritte Modell vor: den Renault Pulse, einen Kompakten, der im Renault Design Center in Mumbai speziell für den indischen Markt entwickelt wurde. Zwei weitere Modelle erscheinen 2012. „Die Präsentation von fünf Fahrzeugen in 15 Monaten bedeutet einen enormen Schub“, betont der in Portugal geborene Tavares. „Außerdem bauen wir gerade gemeinsam mit unserem Allianzpartner Nissan ein großes Werk in Chennai auf, das über beachtliche Fertigungskapazitäten verfügen wird. Im Moment haben wir 14 Niederlassungen in diesem riesigen Land, was sicherlich nicht ausreicht. Bis Ende des Jahres werden es 40 Standorte sein, Ende 2012 wahrscheinlich rund 100.“

Und welche Rolle spielt nun die Formel 1 für die Wahrnehmung und letztlich auch den Verkaufserfolg der Marke in dem wirtschaftlich boomenden Land? „Natürlich kann ich die bekannten Marketing-Tugenden aufzählen: Markenbekanntheit, TV-Präsenz, Wahrnehmung in aufstrebenden Weltregionen. Aber letztlich sehen die Leute doch eines: Die Formel 1 stellt die technologische Spitze dar. Und wenn Renault auf diesem Top-Level Erfolg hat, sind Produkte von Renault auf jedem Level gut. Die Außenwirkung unseres Engagements in der Formel 1 habe ich in Indien deutlich gespürt, als ich mich mit einigen Kunden getroffen habe. Diese Kunden hatten sich für die Top-Versionen von Fluence und Koleos mit allen Ausstattungsoptionen entschieden, weil sich Renault so nachdrücklich in der Formel 1 engagiert. Diese Verknüpfung hilft uns, die Marke in den boomenden Schwellenländern als attraktiv und begehrenswert zu positionieren.“

Außerdem lernt Renault laut Carlos Tavares in der Formel 1 auch ständig hinzu. Zum einen natürlich in technologischer Hinsicht, wie der Transfer von Rennsport-Technik in die effizienten Serienmotoren der neuen ENERGY-Familie zeigt. Genauso wichtig ist aber die Fähigkeit, mit Partnern und Unternehmen zusammenzuarbeiten, die andere Kulturen und Lösungswege haben. „Dies wird in der globalen Wirtschaft immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil. Unsere Mitarbeiter in der Motorenabteilung von Renault Sport F1 in Viry-Châtillon haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, Bedürfnisse zu verstehen, statt einem Kunden bloß Motoren zu liefern. Diese Fähigkeit zur Zusammenarbeit gehört zum Geist von Renault. Mit dieser Haltung gehen wir im Rahmen der Renault-Nissan Allianz auch in die Kooperation mit anderen Herstellern – das ist eine der Stärken unseres Unternehmens. Diese Offenheit und geistige Flexibilität ermöglicht uns, die Performance des Gesamtpakets zu stärken. So arbeiten wir in der Formel 1 mit Partnern wie Red Bull und in der Serienentwicklung mit vielen anderen Unternehmen.

 

(Stand 12/2011, Irrtümer vorbehalten)

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